Oldtimer des Monats Januar

74er Alfa Romeo Spider 2000

Der Alfa Romeo Spider 2000 “Veloce” von Club-Mitglied Sven-Eric Bierhenke aus Lemgo ist Baujahr 1974.

“Ich nutze den Alfa gern an lauen Sommerabenden für Fahrten durch das kurvige Extertal und Kalletal”

Die Bella Maccina ist, insbesondere in der von 1969 bis 1983 gebauten und bei Fans gesuchten Variante “Coda Tronca”, einer der am längsten weitgehend unverändert gebauten Roadster in der Geschichte des Automobilbaus.

HerstellerAlfa Romeo
LandItalien
Typ2000 Spider “Veloce”
interne Bezeichnung105.24
Erstzulassung12.07.1974
Kilometerstand80.000 km
AntriebStandardantrieb (Hinterradantrieb)
Hubraum1.948 ccm
Motor-BauartOttomotor Benzin, 4 Zylinder Reihe, DOHC
Leistung96 KW / 131 PS bei 5.500 Umdrehungem / min
Höchstgeschwindigkeit196 km/h
Getriebe5-Gang manuelle Mittelschaltung
LackierungGelb Giallo Pagoda
Sitzplätze4
InnenausstattungKunstleder Schwarz
im Besitz seit2018
Veränderungenkeine – Fahrzeug im Originalzustand

Auch heute noch weiß der Alfa Romeo Spider mit seinem wohltuend klingenden Doppelnockenwellen-Motor, seinem Purismus und unvergleichlichen italienischen Flair zu begeistern. Im Gegensatz zur ersten Serie, genannt “Osso di Seppia”,  hatte das neue Modell ein sichereres Zweikreis-Bremssystem, Brems- und Kupplungspedal waren nicht mehr stehend, sondern hängend angeordnet, was bei einer Körpergröße von über 170 cm nicht unbedingt angenehm auf längeren Fahrten ist.

Ab Frühjahr 1971 gab es dann den Spider 2000 „Veloce“, wie der hier vorgestellte in “Giallo Pagoda”, der mit seinen 131 PS und knapp 200 km/h Spitze seine Hubraumklasse anführte.

Nach dem Auslaufen des kernigen 1750 „Veloce“ zum Jahresbeginn 1972 umfasste das Programm bis Ende 1977 die Modelle Spider 1300 Junior, Spider 1600 Junior und Spider 2000 „Veloce“.

Das fantastische Triebwerk und vor allem die bildhübsche von Pininfarina gezeichnete Karosserie machten der Spider schon zu Produktionszeiten zu einem Klassiker, der auch damals in keinem Auto Quartett fehlen durfte. Kaum ist der Motor des 2000ers gestartet, ziehen sich die Mundwinkel nach oben, der Alltag ist vergessen. Bella Italia! ’O sole mio!

Er zählte zu den sportlichen Burschen, der Spider. Die Zeitschrift ‘Auto Motor und Sport’ beschleunigte ihn in 9,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und dann weiter bis 194,6 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der Testverbrauch betrug 9,6 Liter Super pro 100 km, was ein absolut annehmbarer Verbrauchswert ist, auch heute, für ein sportliches Fahrzeug.

Wer ein Gefühl für den schönen Dinge im Leben hat, der mag den Alfa Romeo und lässt sich allein den Namen auf der Zunge zergehen, “Alfa Romeo 2000 Spider “Veloce”.

Es ist kein Wunder, dass der Alfa Romeo Spider heute zu den beliebtesten Oldtimern gehört. Er ist leicht zu fahren, sein Getriebe schaltet sich butterweich und ohne störendes Gestänge zwischen Schalthebel und Räderwerk. Der Fahrer reitet sozusagen auf der Kardanwelle und beherrscht mit dem Gasfuß den sicher zu fahrenden Heckantrieb, so lange die Straßen trocken sind.

Innerhalb von Sekunden ist das Dach versenkt und die Luft strömt in den Wagen. Die Gürtellinie liegt tief, die Rundumsicht ist total. Der Fahrer wird eins mit der Natur, egal auf welcher Strecke man sich befindet.

Egal ob im Lippischen Norden, oder am Lago di Garda.

Zwei riesige Rundinstrumente in Höhlen zeigen Geschwindigkeit und Drehzahl an. Diese Höhlen werden von Fans auch gerne “Eisbecher” genannt.

Die Lenkkräfte sind nicht zuletzt wegen der schmalen 185 HR 14 Reifen gering. Der wohltönende Motor röhrt und schüttelt locker überzeugende Fahrleistungen aus dem Ärmel,die auch heute noch beeindrucken. Suchtgefahr ist omnipräsent, man will einfach nicht aufhören zu fahren, trotz der etwas ungewohnten Sitzposition, zumindest für Fahrer über 170 cm Körpergröße.

“Sein erstes Leben genoss er in guter Gesellschaft in Starnberg. Ich nutze den Alfa Romeo gerne an lauen Sommerabenden für Fahrten durch das kurvige Kalletal und Extertal, obwohl er auch schon den Großsstadtdschungel von Köln und Berlin mit mir erkundet hat.”

Fotos: Kai Philip Güssow